Aus Sicht von Experten und Werbewirtschaft

«Medien der Zukunft – Neue Perspektiven für 2022»

Entwicklungen im Bereich Radio

Bereits heute erfolgen in der Schweiz 57 Prozent der Radionutzung digital, also über DAB+ (32%) oder Internet (25%). Seit 2015 ist der Anteil der digitalen Radionutzung um 8 Prozentpunkte gestiegen, die analoge Nutzung (UKW) entsprechend gesunken2. Dieser Trend zur Digitalisierung dürfte sich fortsetzen. Jeder fünfte der für die Studie «Medien der Zukunft» befragten Radio-Experten (22%) rechnet gar mit einer vollständigen Digitalisierung bis zum Jahr 2022.

Veränderungspotenzial Radiotechnologien

Studie MdZ 2022: Antwort auf die Frage: «Erwarten Sie, dass diese Radiotechnologien die Radiolandschaft bis 2022 stark, mittel oder gar nicht verändern werden?» Befragung Experten, n = 18 Radioexperten. Angaben «starke Veränderung» in Prozent.

Die Digitalisierung und damit die zunehmende Verbreitung und Nutzung von Internetradio sowie das Thema «Radio on Demand» sind aus Expertensicht auch zentral, wenn es um die Zukunft der Radiolandschaft geht. Als weitere Themen mit hohem Veränderungspotenzial identifizieren die Experten die Verfügbarkeit von Internet und Internetradio im Auto oder die zunehmende Bedeutung lokaler Radioangebote.

Wird am Radio bald wieder mehr gesprochen?

Konkurrenz ergibt sich für die Radiosender aus der zunehmenden Verbreitung und Beliebtheit der Musikstreamingdienste wie Spotify oder Apple Music. Bereits heute werden sie von 24 Prozent der Konsumenten mehrmals pro Woche oder täglich genutzt. Doch die Dienste werden das Radio auch in Zukunft nicht ersetzen können, davon sind 78 Prozent der Experten überzeugt. Ausserdem:

  • Zwei von drei Experten (67%) erwarten, dass das inhaltliche Hauptaugenmerk des Radios künftig (wieder) mehr auf dem gesprochenen Wort liegen wird.
  • Ebenso erwarten sie, dass etwa neue, respektive wiederentdeckte Formate (z.B. Longforms oder Serien) das Radio interessant und modern halten.
  • Tatsächlich bekundet knapp jeder dritte Konsument Interesse an solchen sprachlastigen Formaten.

Wichtig ist auch: Im Gegensatz zum Fernsehen bleibt das Radio ein primär linear genutztes Medium: Die Experten rechnen damit, dass auch im Jahr 2022 noch mehr als 70 Prozent des Radiokonsums zum Zeitpunkt der Ausstrahlung erfolgen werden.

2 GfK Switzerland / Arbeitsgruppe Digitale Migration: DigiMig-Befragung 2017, n = 2'504 Personen ab 15 Jahren.