Aus Sicht von Konsumenten

«Medien der Zukunft – Neue Perspektiven für 2022»

Entwicklungen im Bereich Print

Von einer gedruckten Tageszeitung («Print klassisch») erwarten 51 Prozent der Konsumenten primär glaubwürdige und neutrale Information. Ähnlich vielen Befragten (48%) ist der schnelle Newsüberblick wichtig. Vier von zehn Lesern (44%) legen Wert auf vertiefte Information zu wichtigen Ereignissen. Mehr als jeder Dritte (36%) findet vor allem Hintergrundberichte, Kommentare und Analysen zu bestimmten Spezialthemen wichtig. Die Motive bei der Nutzung der zugehörigen digitalen Publikationsformen («Print digital») unterscheiden sich hiervon nur geringfügig.

Konsumenten vertrauen Page – und TV

Studie MdZ 2022. Antwort auf die Frage: «Angenommen, Sie möchten sich über ein wichtiges aktuelles Ereignis informieren (etwa über einen politischen Skandal, ein Attentat oder Ähnliches) – welcher der folgenden Quellen trauen Sie am ehesten zu, korrekte Informationen und nicht etwa Fake News zu liefern?» Befragung Konsumenten (15–59), n = 2006. Angaben in Prozent.

Das stärkt die These, dass Konsumenten zwischen den einzelnen Darbietungsformen des redaktionellen Angebots kaum mehr unterscheiden:

  • Fakt ist, dass Print immer mehr hybrid genutzt wird, und zwar in derjenigen Form, die im Moment gerade verfügbar ist, die für den Konsumenten bequemer ist oder die aus seiner Sicht besser zum Inhalt passt.
  • Das kann die gedruckte Form sein, aber ebenso gut eine Push-Nachricht auf dem Smartphone oder ein längerer Hintergrundartikel, der auf dem Tablet gelesen wird.
  • «Print» wird damit zu «Page», also journalistisch erstelltem und redaktionell aufbereitetem Leseinhalt.

Egal ob klassisch gedruckt oder digital: Zeitungen und den dahinterstehenden Journalisten und Redaktionen wird von den Konsumenten eine herausragende gesellschaftliche Bedeutung zugemessen. Zwei Drittel der Befragten zwischen 15 und 59 Jahren (67%) finden, dass eine funktionierende Gesellschaft zwingend auf gute Journalisten und Zeitungen angewiesen ist.

Guter Journalismus darf etwas kosten

Auch im intermedialen Vergleich punktet Page mit besonders hoher Glaubwürdigkeit. Danach gefragt, welcher Quelle sie bei einem wichtigen Ereignis am ehesten zutrauen, korrekte Informationen zu liefern, entscheiden sich 44 Prozent der Konsumenten für die gedruckten bzw. digitalen Ausgaben der Printmedien.

Die hohe Bedeutung des Mediums Page zeigt sich auch in der Zahlungsbereitschaft. Jeder zweite Befragte ist der Ansicht, dass guter Journalismus auch künftig etwas kosten darf (49%). Leseinhalte werden von den Konsumenten deutlich bereitwilliger bezahlt als Video- oder Audioinhalte.