IGEM-digiMONITOR: Fernsehen bleibt in

IGEM-digiMONITOR 2016

Fernsehen: Was ist «in», was ist «out»?

Auch wenn in postfaktischen Zeiten gern anderes kolportiert wird: Fernsehen bleibt in. 67 Prozent der Deutsch- und Westschweizer zwischen 15 und 74 Jahren haben 2016 täglich ferngesehen. Das sind 3 Prozent mehr als im Jahr davor. Es schauen heute tatsächlich etwas mehr Menschen täglich fern als 2014 (66%). Die wöchentliche Reichweite liegt mit 91 Prozent der Bevölkerung exakt auf dem Stand von 2014. Und wie sieht es bei der jungen Generation aus? Auch bei den 15- bis 29-Jährigen schlägt sich das TV beachtlich. Der Anteil der jungen Menschen, die täglich fernsehen, hat nach einem vorherigen Rückgang im letzten Jahr sogar wieder um 5 auf 50 Prozent zugenommen.

Zweifellos «in» ist zeitversetztes Fernsehen: Jeder sechste Schweizer (17%) gibt mittlerweile an, täglich auch zeitversetzt fernzuschauen – im Jahr zuvor waren es 15 Prozent, 2014 erst 13 Prozent. Werden wir in Zukunft noch mehr zeitversetzt fernsehen? Ein Blick auf die junge Generation legt nahe, dass das zeitversetzte Fernsehen zwar gesamthaft noch zulegen, aber keineswegs das Live-TV ersetzen wird. Denn in der jüngeren Generation ist es zwar etwas verbreiteter, scheint aber seinen Gipfel bereits erreicht zu haben: Wie vor zwei Jahren nutzen auch heute 20 Prozent der 15- bis 29-Jährigen täglich zeitversetztes TV.

En vogue sind auch die neuen Bewegtbild-Kanäle. Die meisten Kanäle haben im Vergleich zu 2015 zugelegt. Netflix wird heute von 10 Prozent der 15- bis 74-Jährigen zumindest hin und wieder genutzt – das sind doppelt so viele Nutzer wie im Vorjahr. Bei den Jungen ist Netflix noch beliebter, hier zählt bereits knapp jeder Vierte (24%) zu den mindestens gelegentlichen Nutzern. Bei ihnen von einer «Generation Netflix» zu sprechen würde dennoch zu kurz greifen: Auch andere Dienste wie Zattoo (21%) oder Swisscom TV Air (20%) stehen bei den 15- bis 29-Jährigen hoch im Kurs. Letzteres ist mit Blick auf die gesamte Bevölkerung sogar das am meisten verwendete neue Bewegtbild-Angebot (17%).

Wichtig bleibt jedoch nicht nur das Fernsehen als Medium, sondern auch der TV als Gerät. Das zeigt ein Blick auf die jungen Konsumenten. Mit 38 Prozent gibt die grosse Mehrheit dieser Gruppe an, am liebsten am TV-Gerät Fernsehinhalte anzusehen. Der TV wird zum Fernsehen sogar immer beliebter – in den Vorjahren gaben 36 bzw. 35 Prozent der 15- bis 29-Jährigen an, am liebsten am Fernseher fernzusehen. Das Fernsehen am Computer verliert hingegen etwas an Beliebtheit, nur mehr 7 Prozent nennen PC bzw. Laptop als bevorzugtes Endgerät (2015: 9%, 2014: 10%). Auch König Smartphone ist bei den Jungen kein beliebtes Fernseh-Device, nur 2 Prozent nennen es als bevorzugtes Gerät zum Fernsehen.

Die Erkenntnisse sind dem aktuellen IGEM-digiMONITOR entnommen. Er gibt Auskunft über die Nutzung von Unterhaltungs- und Kommunikationsgeräten in der deutschen und französischen Schweiz und ist repräsentativ für die Gesamtbevölkerung inklusive Offliner und Personen in Haushalten ohne (eingetragenen) Festnetzanschluss.

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