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Für Sie gelesen: «Jahrbuch Qualität der Medien 2024» – fög Studie auch für die strategische Medienplanung relevant

Das Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich (fög)  untersucht jährlich die Qualität der Schweizer Medienlandschaft und publiziert das «Jahrbuch Qualität der Medien». Die Ausgabe 2024 zeigt auf, dass öffentlich-rechtliche Sender weiterhin die Spitze der Qualitätsrankings anführen. Wir haben das Jahrbuch für Sie gelesen und die wichtigsten Erkenntnisse im Bereich TV zusammengefasst. 
 

Medien sind zur Schaffung von Werbefläche unerlässlich. Doch gerade mit der zunehmenden Verbreitung von Social Media ist oft nicht mehr nachvollziehbar, in welchem Umfeld sich die Werbefläche tatsächlich befindet. Werbetreibende stehen vor der Wahl: Werbekontakte ohne Kontextbetrachtung akzeptieren und negative Assoziationen riskieren oder den Fokus auf Kontext und Umfeldqualität legen. Admeira setzt auf den zweiten Ansatz und sieht die Entwicklung in den Sozialen Medien kritisch, wo der Verzicht auf Faktenchecker die Medien- und Werbeflächenqualität zunehmend volatiler macht.

Admeira erachtet deshalb die unabhängige Forschung zur Medienqualität als wichtiges Instrument der strategischen Mediaplanung. Das «Jahrbuch Qualität der Medien» des fög ist eine konsistente Studie und dient dafür als verlässliche Quelle in der Schweiz. Die Ausgabe 2024 untersucht neben Medienqualitätskennzahlen auch die Finanzierung von Online-Medien und die Rolle öffentlich-rechtlicher Anbieter. Die ausführlichen Resultate, die in dieser Zusammenfassung nicht behandelt werden, sind auf der Webseite des fög einsehbar.

Qualität der Medientypen: SRG Sender führen in allen Dimensionen

Die Qualitätsentwicklung in der Schweizer Medienarena wird in der Studie aufgeschlüsselt auf einzelne Medientypen und Medientitel. Dabei fokussiert sie auf verschiedene Qualitätsdimensionen: Relevanz, Vielfalt, Einordnungsleistung und Professionalität – diese tragen alle zur Gesamtqualität eines Informationsangebots bei.

Die folgenden Daten bilden die Qualität der Berichterstattung von allen 68 erfassten Schweizer Informationsmedien im Jahr 2023 ab. Diese sind zwölf verschiedenen Medientypen zugeordnet.

Der Durchschnittswert aller Medientypen liegt im Jahr 2023 bei 6,1 von maximal 10 Scorepunkten. Sieben Typen leisten im Vergleich dazu überdurchschnittliche Qualität und fünf Typen liegen unterhalb des Durchschnittswerts. Analog zu den Vorjahren können sich die Radio- (7,7) und TV-Sendungen (7,4) des öffentlichen Rundfunks (SRG SSR) an der Spitze des Typenrankings halten, mit nach wie vor überdurchschnittlichen Leistungen in allen Qualitätsdimensionen. 

In der Dimension Professionalität erzielen sowohl öffentliches als auch Privatfernsehen tolle Werte. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen liegt hier sogar an der Spitzenposition. Auf den Dimensionen Einordnungsleistung und Qualität gibt es die grössten Unterschiede zwischen öffentlichem Fernsehen und Privatfernsehen, hier liegt das öffentliche Fernsehen klar vorne. 

Leider lässt die Studie keinen direkten Vergleich zu Social Media zu, da nur Schweizer Medien untersucht werden. Angesichts der aktuellen Problematik rund um Soziale Medien und des Rückgangs der Werbegelder für nationale Medienmarken wäre eine Einordnungsmöglichkeit von Sozialen Medien eine nützliche Ergänzung der Studie für den Schweizer Werbemarkt.

Entwicklungen der Qualitätsdimensionen im Jahresvergleich

Die Krisenereignisse der jüngeren Zeit sind mitverantwortlich, dass sich die Medien hinsichtlich ihrer Relevanz laufend verbessern und zunehmend auf Themenbereiche wie Politik fokussieren. So nimmt die Relevanz im Vergleich zu 2015 um rund einen Scorepunkt zu und verbesserte sich auch im jüngsten Untersuchungsjahr leicht (+0.1). 

Positiv mit Blick auf die Ressourcenproblematik ist zudem, dass die Einordnungsleistungen auch 2023 höher sind als zu Beginn der Messung 2015. Sie gehen allerdings im Jahresvergleich zu 2022 leicht zurück (−0.2). 

Die Vielfalt ist weiterhin die Dimension mit den langfristig deutlichsten Qualitätsverlusten. Sie liegt 2023 rund einen Scorepunkt tiefer als 2015, mit einem leichten Rückgang im Vergleich gegenüber Vorjahr (−0.1). Die abnehmende Vielfalt widerspiegelt die zunehmenden Herausforderungen der Medienfinanzierung. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Werbemarkt und Medien ist daher essenziell: Werbetreibende profitieren von hochwertigen Umfeldern und Medien können im Gegenzug ihre Qualität sichern.

Fazit

Das «Jahrbuch Qualität der Medien 2024» unterstreicht die wichtige Rolle der SRG Sender in der Medienlandschaft Schweiz. In vielen Werbewirkungsstudien wurde deutlich, dass sich diese Qualität der Sender im Admeira Portfolio auch direkt auf die dort ausgestrahlte TV-Werbung auswirkt. Für maximale Werbeerfolge sollten Werbetreibende daher unbedingt die Qualität der Werbeumfelder im Mediaplan berücksichtigen. Investitionen in Werbung bei nationalen Medienmarken fördern nicht nur positive Effekte für Werbetreibende, sondern sichern auch die Qualität der Medienlandschaft.


STUDIENERGEBNISSE IM DETAIL

Quelle

«Jahrbuch Qualität der Medien 2024»: fög – Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich im Auftrag der Kurt Imhof Stiftung für Medienqualität, Zürich

Mehr Informationen und Antworten direkt von:

Samuel Fahrni

Research Specialist +41 58 909 97 23

Yvonne Rüegg

Research Specialist +41 58 909 93 42